Das Rheinische Revier entwickelt sich mit hoher Dynamik zu einer Modellregion für die klimaneutrale Luftfahrt. In Würselen wird dieser Wandel bereits heute sichtbar: Forschung wird zu Infrastruktur, Ideen werden zu Unternehmen und schaffen die Grundlage für neue Wertschöpfung und zukunftsfeste Arbeitsplätze. Rund 120 Gäste aus Politik, Wissenschaft und Wirtschaft informierten sich im Rahmen einer Veranstaltung über den Fortschritt zentraler Luftfahrtprojekte im Rheinischen Revier.
Im Mittelpunkt der Veranstaltung stand der Forschungsflugplatz Würselen-Aachen, der sich zu einem der wichtigsten Innovationsstandorte im Rheinischen Revier entwickelt. Auf den Baufeldern der bereits bewilligten Projekte wurde deutlich, mit welchem Tempo hier ein vernetzter Innovationscampus entsteht, auf dem Forschung, Gründung und industrielle Anwendung künftig eng zusammenwirken.
Bereits zur Begrüßung machten die Zukunftsagentur Rheinisches Revier und die StädteRegion Aachen deutlich, welche strategische Bedeutung der entstehende Standortverbund für den Strukturwandel besitzt. Städteregionsrat Dr. Tim Grüttemeier betonte:
Zitat Städteregionsrat Dr. Tim Grüttemeier
„ Der Forschungsflugplatz Würselen-Aachen ist der zentrale Baustein eines einzigartigen Innovationsverbunds im Rheinischen Revier. Gemeinsam mit den Standorten Aldenhoven und Mönchengladbach entsteht hier ein eng vernetztes Luftfahrt-Ökosystem. Das ist Strukturwandel in der Praxis, mit starken Partnern, klarer Perspektive und dem Anspruch, Zukunftstechnologien aus der Region heraus international sichtbar zu machen. Eine Investition, die die Innovationskraft des Rheinischen Reviers nachhaltig stärkt.“
Auch Bodo Middeldorf, Geschäftsführer der Zukunftsagentur Rheinisches Revier, stellte die nächste Entwicklungsphase in den Mittelpunkt. Mit Blick auf die Aufstockung des Luftfahrtforschungsprogramms LuFo um 90 Millionen Euro hob er die Bedeutung der konsequenten Umsetzung hervor:
Zitat Bodo Middeldorf
„Mit der weiteren Aufstockung des Fördermittelrahmens setzen Bund und Land ein starkes Signal für das Rheinische Revier. Für dieses Vertrauen danken wir ausdrücklich. Jetzt gilt es, möglichst viele Verbundprojekte mit starker Unternehmensbeteiligung auf den Weg zu bringen. Unser Ziel ist klar: Exzellente Forschung muss sich in marktfähigen Innovationen, neuer Wertschöpfung und zukunftsfesten Arbeitsplätzen in der Region niederschlagen.“
Der Forschungsflugplatz Würselen-Aachen bildet gemeinsam mit den Standorten Aldenhoven und Mönchengladbach das Rückgrat eines eng vernetzten Luftfahrt-Ökosystems. Während in Würselen Forschung, Entwicklung und Industrialisierung neuer Technologien im Mittelpunkt stehen, ergänzt Aldenhoven mit dem Center for Vertical Mobility spezialisierte Test- und Entwicklungsumgebungen für unbemannte und vertikale Luftfahrtsysteme. Mönchengladbach erweitert das Netzwerk um Kompetenzen in Flugbetrieb, Ausbildung und Flughafeninfrastruktur. So entsteht ein arbeitsteiliger Innovationsraum mit wachsender internationaler Sichtbarkeit.
Bis 2037 entsteht rund um den Forschungsflugplatz Würselen-Aachen ein leistungsfähiges Innovationsquartier für die Luftfahrt der Zukunft. Mit dem Lehr- und Forschungszentrum FH.AERO.SCIENCE, dem Innovationszentrum für Kleinflugzeug-Technogien des DLR, dem Aviation Innovation Center (AIC) und dem Production Launch Center Aviation (PLCA) wächst ein Standort, an dem Forschung, Transfer und industrielle Anwendung eng verzahnt sind. Für den weiteren Ausbau des Aeropark stehen insgesamt rund 37 Millionen Euro aus Mitteln der Strukturstärkung zur Verfügung.
Welche Bedeutung diese Entwicklung über das Rheinische Revier hinaus besitzt, machte Nordrhein-Westfalens Minister für Umwelt, Naturschutz und Verkehr, Oliver Krischer, in seiner Keynote deutlich:
Zitat Minister Oliver Krischer
“Die Transformation der Luftfahrt bietet große Chancen für den Wirtschaftsstandort Nordrhein-Westfalen. Das Rheinische Revier kann zum Motor für Innovation werden. Was hier entwickelt wird, kann weit über die Region hinaus wirken und Nordrhein-Westfalen zu einem führenden Zentrum für klimaneutrale Mobilität in Europa machen. Unser Ziel ist es, dass aus Forschung Innovationen und zukunftsfähige Arbeitsplätze entstehen.”
Mit mehr als 400 Unternehmen sowie zahlreichen Forschungseinrichtungen zählt Nordrhein-Westfalen bereits heute zu den führenden Luft- und Raumfahrtstandorten Europas. Mit dem eng vernetzten Verbund Würselen–Aldenhoven–Mönchengladbach entwickelt sich das Rheinische Revier zu einem zentralen Innovationsraum für die klimaneutrale Luftfahrt – und zu einem europäischen Leuchtturm des Strukturwandels.