Die Einsatzkräfte von Feuerwehr und Rettungsdienst Bonn erhalten künftig bereits in der Anfangsphase von Einsätzen wertvolle Unterstützung aus der Luft. Ein neues, modernes Drohnensystem soll die Einsatzkräfte schon vor ihrem Eintreffen mit präzisen Echtzeit-Luftbildern versorgen und damit die Erkundung, erste Maßnahmen vor Ort sowie die präzise Koordination der Kräfte unterstützen.
Die neue Technik wird zunächst testweise für sechs Monate im Rahmen einer Kooperation mit einem beauftragten Drohnenservice bereitgestellt und ergänzt die bereits vorhandenen Drohnensysteme der Bonner Feuerwehr. Die Drohne ist an einem festen Startpunkt im Stadtgebiet stationiert und kann von der Leitstelle von Feuerwehr und Rettungsdienst rund um die Uhr alarmiert werden. Nach Anforderung startet der Dienstleister die Drohne unmittelbar, fliegt anhand übermittelter GPS-Koordinaten zum Einsatzort und liefert der Einsatzleitung sofort Live-Lagebilder aus der Luft.
Das bietet Vorteile bei einer Vielzahl von Einsatzszenarien:
- Wohnungs- und Gebäudebrände:
Auf dem Weg zur Einsatzstelle erfasst die Drohne frühzeitig die Verkehrssituation und unterstützt dadurch eine zügige Anfahrt der Kräfte. Außerdem beobachtet sie die Ausbreitung von Feuer und Rauch und erkennt gefährdete Personen oder Nachbargebäude, die besondere Aufmerksamkeit erfordern. - Wald- und Vegetationsbrände:
In unübersichtlichem Gelände ortet die Drohne schnell den Brandherd, dokumentiert das Ausbreitungsverhalten und liefert präzise Informationen über Vegetationsflächen. Gleichzeitig spürt sie versteckte Glutnester auf und hilft so, ein Wiederaufflammen zu verhindern. - Suche nach vermissten Personen im Rhein oder im Wald:
Dank Wärmebildtechnik können die Einsatzkräfte vermisste Personen bei Tag und Nacht sowie zu Land und zu Wasser schneller aufspüren. Die Drohne erfasst Wärmequellen zuverlässig und ermöglicht so eine rasche und zielgerichtete Rettung. - Hilfeleistungs- und Gefahrstoffeinsätze:
Die Drohne erkundet Gefahrenstellen aus sicherer Distanz, beobachtet die Ausbreitungsrichtung von Schadstoffen und erkennt frühzeitig gefährdete Personen oder Objekte. - Starkregen oder Unwetter:
Nach Unwetterereignissen kann die Drohne das Ausmaß der Schäden im gesamten Stadtgebiet dokumentieren, Überblick über abgeschnittene Stadtteile verschaffen und unpassierbare Zufahrtswege identifizieren.
Sicherer Betrieb dank moderner Technik
Die Drohne wird in der Regel auf einer Höhe von 100 Metern fliegen und mit dem bloßen Auge kaum sichtbar sein. Im Überflug verursacht sie nur ein gering hörbares Fluggeräusch. Lediglich in der Start- und Landephase ist ein drohnentypisches Rotorengeräusch wahrzunehmen. Der Drohneneinsatz startet automatisch; die Flüge werden jedoch jederzeit durch Piloten und Pilotinnen überwacht. GPS-gestützte Systeme ermöglichen präzise Flugrouten, automatische Rückkehrfunktionen und sichere Landungen.
Einsatzkräfte nutzen auch bislang schon Drohnen
Die Löscheinheiten Endenich und Holtorf der Freiwilligen Feuerwehr halten auch bislang schon Drohnensysteme vor, die von geschulten Einsatzkräften mit direkter Sichtverbindung gesteuert werden. Diese Drohnen werden allerdings im Feuerwehrfahrzeug zur Einsatzstelle gebracht und haben daher eine Vorlaufzeit von etwa 15 bis 30 Minuten, bis sie der Einsatzleitung erste Bilder vom Einsatzort liefern können. Die Kombination beider Drohnensysteme ermöglicht nun bereits zu Beginn eines Einsatzes und in der ersten Phase der Einsatzabarbeitung erweiterte Erkundungen aus der Luft.
Mit der Einführung und Erprobung der neuen Drohnentechnologie setzen Feuerwehr und Rettungsdienst Bonn einen weiteren Schritt in Richtung einer modernen und zukunftsorientierten Gefahrenabwehr um.
Ausführliche Informationen gibt es auf der städtischen Homepage unter www.bonn.de/feuerwehrdrohne.
Quelle: Bundesstadt Bonn