Zeit, Raum, Souveränität – Europas Galileo-System als strategische Infrastruktur

Globale Navigationssysteme wie GPS, Galileo, GLONASS oder BeiDou ermöglichen nicht nur die Navigation von Fahrzeugen oder Flugzeugen. Sie sind auch essenziell für präzise Zeitstempel in Finanzsystemen, für Energie- und Kommunikationsnetze sowie für sicherheitsrelevante Anwendungen. Wer diese Signale kontrolliert, kontrolliert ganze Gesellschafts- und Wirtschaftsstrukturen.

Diese Sitzung befasst sich mit den strategischen, technologischen und politischen Dimensionen satellitengestützter Navigation und Zeitsynchronisation. Im Zentrum steht Galileo – Europas ziviles GNSS – und seine wachsende Bedeutung für europäische Autonomie. Welche technologischen Besonderheiten zeichnen Galileo aus? Wo liegen die Stärken des Systems gegenüber GPS & Co.? Und wie lässt sich Galileo weiterentwickeln und gegen Störungen schützen?

Darüber hinaus geht es um zukünftige Anwendungen wie autonome Mobilität, hochpräzise Synchronisation in 6G-Netzen oder neue Timing-Dienste in kritischen Infrastrukturen. Diskutiert wird, wie Europa mit Galileo nicht nur technologisch mithalten, sondern strategisch vorausdenken kann – und warum souveräne Navigation im 21. Jahrhundert eine geopolitische Schlüsselressource ist.

Die Veranstaltung findet in Kooperation mit der Deutschen Raumfahrtagentur, dem Bundesverband der Deutschen Industrie (BDI), dem Weltraumkommando der Bundeswehr, der Gesellschaft für Sicherheitspolitik (GSP), der Konrad-Adenauer-Stiftung (KAS), der Deutschen Gesellschaft für Auswärtige Politik (DGAP), dem Forschungsnetzwerk Sicherheit und Technologie im Weltraum (SichTRaum),  der Friedrich-Naumann-Stiftung für die Freiheit (FNF), der Industrie- und Handelskammer Bonn/Rhein-Sieg (IHK Bonn-Rhein-Sieg), der Volkshochschule Bonn und der Studentenvereinigung ASTRA statt.

Ablauf

Begrüßung: Dr. Enrico Fels
Geschäftsführer des Center for Advanced Security, Strategic and Integration Studies (CASSIS)

Vortrag mit anschließender Diskussion: Dr. Alexander Weiß
Abteilungsleiter im Bereich Navigation am Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR)

18:00-20:00 Uhr / Hörsaal I, Campus Poppelsdorf (Friedrich-Hirzebruch-Allee 5, 53115 Bonn)

Ringvorlesung

Die Raumfahrt steht am Beginn einer neuen Ära, in der erstaunliche technologische Fortschritte und substantielle geopolitische Veränderungen die strategische Landschaft prägen. Die Europäer müssen angesichts der komplexen Gemengelage auch im All die eigenen Fähigkeiten, Zielsetzungen und Strategien kontinuierlich anpassen, um nicht nur im ansteigenden globalen Wettbewerb mitzuhalten, sondern die eigenen Interessen im Weltraum langfristig und nachhaltig zu wahren.

Die Förderung von Innovation, die Gewährleistung von Sicherheit und Resilienz sowie die aktive Mitgestaltung der internationalen Governance-Strukturen sind entscheidend für erfolgreiches staatliches und unternehmerisches Handeln, gesamtgesellschaftliche Prosperität und den zukünftigen Erfolg Europas im Weltraum. Durch eine zukunftsorientierte Mischung aus technologischer Exzellenz, astropolitischer Weitsicht und wirtschaftlicher Dynamik kann Europa seine Position als führender Akteur in der globalen Raumfahrt behaupten.

Die Ringvorlesung soll in den verschiedenen Segmenten relevante Themenbereiche durch Expertinnen und Experten öffentlichkeitswirksam ausleuchten und so dazu beitragen, die hohe Relevanz der kritischen Infrastruktur im Weltraum für das Leben der Menschen in Europa und darüber hinaus zu verdeutlichen.

Schirmherrin der Ringvorlesung ist die Stellvertretende Ministerpräsidentin Nordrhein-Westfalens Mona Neubaur.

Quelle: CASSIS – Center for Advanced Security, Strategic and Integration Studi