Der Flughafen Mönchengladbach (MGL) entwickelt sich seit Jahren zu einem Standort, an dem Luftfahrt, Technologie und neue industrielle Anwendungen zusammenkommen. Ein besonders innovativer Baustein in diesem Ökosystem ist The Aviation AM Centre. Das Unternehmen verfügt neben seinen weiteren Standorten in Deutschland und im Ausland nun auch über eine Betriebsstätte in Mönchengladbach mit einer Luftfahrtzulassung des Luftfahrt-Bundesamtes (LBA). Dieser Standort ist damit offiziell als Luftfahrtherstellungsbetrieb anerkannt.
Besonders bemerkenswert: Der Betrieb am MGL soll weltweit der erste sein, der die SLA-Technologie, also Stereolithographie (ein patentiertes 3D-Druckverfahren), für die Luftfahrt unter EASA qualifiziert. Damit gewinnt der Standort Mönchengladbach zusätzliche Sichtbarkeit in einem Zukunftsfeld der internationalen Luftfahrtindustrie. Darüber hinaus verfügt das Aviation AM Centre auch über Zulassungen und Kompetenzen im Bereich metallischer additiv gefertigter Luftfahrtbauteile – ebenfalls eine seltene und besondere Fähigkeit im Markt.
Hinter dem Unternehmen steht u. a. Bernhard Randerath, Co-Gründer des Aviation AM Centre. Als gelernter Luftfahrtingenieur kennt er die Branche aus unterschiedlichen Perspektiven, etwa durch Stationen bei Lufthansa, Airbus und Etihad Airways. Die Ausgangsfrage seiner unternehmerischen Idee stammt direkt aus der Praxis: Was passiert, wenn in einem Flugzeug ein Luftfahrtbauteil schadhaft ist – z. B. eine Armlehne, eine Halterung, eine Abdeckung, eine Bildschirmfassung – und dieses Teil nicht mehr lieferbar, nur mit langer Wartezeit verfügbar oder wirtschaftlich kaum sinnvoll zu beschaffen ist?
Genau hier setzt das Aviation AM Centre an. Statt Ersatzteile ausschließlich über klassische Lieferketten und aufwendige Werkzeugfertigung zu beziehen, können Bauteile additiv bedarfsgerecht und schnell hergestellt werden. Dabei geht es nicht nur darum, ein defektes Teil eins zu eins zu ersetzen. Vielmehr sollen die Bauteile dort, wo es technisch sinnvoll und zulassungsfähig ist, gezielt verbessert werden, damit bekannte Schwachstellen reduziert und erneute Defekte möglichst vermieden werden. Der Anspruch des Unternehmens lautet dabei: cheaper, better, faster.
In der Praxis bedeutet das: geringere Kosten bei kleinen Stückzahlen, kürzere Lieferzeiten, weniger Abhängigkeit von unterbrochenen Lieferketten und häufig sogar technisch verbesserte Bauteile. Gerade für Airlines, Wartungsbetriebe und Hersteller ist das ein wichtiger Baustein, um Flugzeuge schneller wieder einsatzbereit zu machen und ältere Flotten wirtschaftlich weiter betreiben zu können. Dafür vergibt das Aviation AM Centre als einen seiner Geschäftsbausteine auch seine Lizenzen und Produktionsmodelle. Die Erfahrungen aus der Luftfahrt sind dabei auch für andere Branchen interessant, in denen Qualität, Rückverfolgbarkeit, Materialkompetenz und kurze Lieferzeiten entscheidend sind.
Der Unterschied zu gewöhnlichem 3D-Druck liegt in der Luftfahrtzulassung. Bauteile für Flugzeuge müssen nicht nur passgenau und belastbar sein, sondern auch dokumentiert, qualifiziert und freigegeben werden. Das Aviation AM Centre verbindet deshalb additive Fertigung mit Zertifizierungs- und Produktionskompetenz nach Luftfahrtstandards.
Für Mönchengladbach und den MGL ist diese Entwicklung ein starkes Signal. Der Standort steht damit nicht nur für Flugbetrieb, sondern zunehmend auch für neue industrielle Wertschöpfung in der Luftfahrt. Additive Fertigung, digitale Ersatzteilversorgung, nachhaltigere Produktionsprozesse und zertifizierte Spezialfertigung sind Themen, die hervorragend zu einem zukunftsorientierten Luftfahrtökosystem passen. Das Aviation AM Centre zeigt, dass am Standort Unternehmen wachsen können, die technologische Tiefe mit internationaler Marktrelevanz verbinden.
Aktuell ist das Aviation AM Centre im Terminal des Flughafens Mönchengladbach gestartet. Diese Fläche ist jedoch nur der Anfang. Mit weiteren geplanten Technologieprojekten wird der Standort auf den Potenzialflächen am Flughafen weiter ausgebaut.