Raumfahrtmedizinische Forschung am Boden für das Leben in Schwerelosigkeit

Der Mensch im All ist nicht nur Symbol technischer Meisterschaft – er ist zugleich ein faszinierendes medizinisches Forschungsobjekt. Denn die extreme Umgebung des Weltraums wirkt tiefgreifend auf den menschlichen Körper: Muskelschwund, Knochenabbau, Kreislaufveränderungen oder verändertes Immunsystem fordern Wissenschaft und Forschung heraus. Europas medizinische Raumfahrtforschung reagiert darauf mit innovativen Konzepten und Technologien.

Diese Sitzung stellt zentrale Erkenntnisse und Projekte aus der biomedizinischen Weltraumforschung vor, auf der Internationalen Raumstation ISS – und am DLR-Forschungszentrum Envihab in Köln, einem weltweit führenden Zentrum für Raumfahrtmedizin. Diskutiert werden Studien zur Anpassung des Körpers an Mikrogravitation, aber auch die Entwicklung neuer diagnostischer Verfahren, robotischer Assistenzsysteme und telemedizinischer Anwendungen.

Zugleich geht der Blick zurück zur Erde: Viele der im All gewonnenen Erkenntnisse wirken unmittelbar auf das Gesundheitswesen zurück – etwa in der Reha-Medizin, bei Langzeitaufenthalten in Isolation oder in der Notfallversorgung. Raumfahrtmedizin ist somit nicht nur ein Beitrag zur Zukunft des Menschen im All, sondern auch zur besseren Gesundheit auf der Erde.

Die Veranstaltung findet in Kooperation mit der Deutschen Raumfahrtagentur, dem Bundesverband der Deutschen Industrie (BDI), dem Weltraumkommando der Bundeswehr, der Gesellschaft für Sicherheitspolitik (GSP), der Konrad-Adenauer-Stiftung (KAS), der Deutschen Gesellschaft für Auswärtige Politik (DGAP), dem Forschungsnetzwerk Sicherheit und Technologie im Weltraum (SichTRaum),  der Friedrich-Naumann-Stiftung für die Freiheit (FNF), der Industrie- und Handelskammer Bonn/Rhein-Sieg (IHK Bonn-Rhein-Sieg), der Volkshochschule Bonn und der Studentenvereinigung ASTRA statt.

Ablauf

Begrüßung: Dr. Enrico Fels
Geschäftsführer des Center for Advanced Security, Strategic and Integration Studies (CASSIS)

Vortrag mit anschließender Diskussion: Dr. Stefan Möstl
Wissenschaftlicher Mitarbeiter am Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) im Bereich der Luft- und Raumfahrtmedizin

18:00-20:00 Uhr / Haus der Bildung, Volkshochschule Bonn (Mülheimer Platz 1, 53111 Bonn)

Ringvorlesung

Die Raumfahrt steht am Beginn einer neuen Ära, in der erstaunliche technologische Fortschritte und substantielle geopolitische Veränderungen die strategische Landschaft prägen. Die Europäer müssen angesichts der komplexen Gemengelage auch im All die eigenen Fähigkeiten, Zielsetzungen und Strategien kontinuierlich anpassen, um nicht nur im ansteigenden globalen Wettbewerb mitzuhalten, sondern die eigenen Interessen im Weltraum langfristig und nachhaltig zu wahren.

Die Förderung von Innovation, die Gewährleistung von Sicherheit und Resilienz sowie die aktive Mitgestaltung der internationalen Governance-Strukturen sind entscheidend für erfolgreiches staatliches und unternehmerisches Handeln, gesamtgesellschaftliche Prosperität und den zukünftigen Erfolg Europas im Weltraum. Durch eine zukunftsorientierte Mischung aus technologischer Exzellenz, astropolitischer Weitsicht und wirtschaftlicher Dynamik kann Europa seine Position als führender Akteur in der globalen Raumfahrt behaupten.

Die Ringvorlesung soll in den verschiedenen Segmenten relevante Themenbereiche durch Expertinnen und Experten öffentlichkeitswirksam ausleuchten und so dazu beitragen, die hohe Relevanz der kritischen Infrastruktur im Weltraum für das Leben der Menschen in Europa und darüber hinaus zu verdeutlichen.

Schirmherrin der Ringvorlesung ist die Stellvertretende Ministerpräsidentin Nordrhein-Westfalens Mona Neubaur.

Quelle: CASSIS – Center for Advanced Security, Strategic and Integration Studi